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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entdeckt ihre soziale Ader

Montag, 20. Juli 2009

Aus einer Meldung bei Web.de:

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Forderungen nach einer Erhöhung der Hartz-IV-Sätze in der Wirtschaftskrise eine Absage erteilt.

Offenbar fühlt sich Angela Merkel nicht mehr an das Grundgesetz gebunden, welches auch konstatiert, dass Deutschland ein Sozialstaat sein soll. In einem Sozialstaat soll das Existenzminimum für jeden Menschen abgesichert sein. Das war es schon bei der Einführung der Hartz-Gesetze mit dem eher willkürlich und politisch motiviert zu niedrig festgelegten Regelsatz des ALG2 nicht. Das hat sich seit den gestiegenen Preisen für Lebensmittel und insbesondere der Abzocke der Energiekonzerne für die Rendite sicherlich nicht verbessert, im Gegenteil.

Wenn also Angela Merkel nun verkünden läßt, dass sie nicht gewillt ist, den Regelsatz auf ein menschenwürdiges Niveau anheben zu lassen, das sich an den realen Lebenshaltungskosten orientiert, bedeutet dies nichts weiter als dass die CDU-Kanzlerin weiterhin eine grundgesetzwidrige Politik gegen die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft praktizieren will.

Die große Koalition und auch alle bürgerlichen Parteien der Opposition haben die mehrere Hundert Millarden schweren Kredite, Bürgschaften und Staatsbeteiligungen für die spielsüchtigen und raffgierigen Zocker der Finanzwirtschaft im Rekordtempo durchgewunken. Kürzlich bekam die Bundesagentur für Arbeit lächerliche 17 Milliarden vom Bund wegen der durch die Wirtschaftskrise gestiegenen Kosten. Die Anhebung des Hartz IV-Regelsatzes auf ein tatsächlich menschenwürdiges Niveau wäre wohl auch nur mit Kosten im ein- bis zweistelligen Milliardenbereich behaftet. Aber das lehnt Angela Merkel natürlich ab, weil es dem bürgerlichen Wunsch nach noch mehr Umverteilung von unten nach oben widersprechen würde.

Am besten ist aber die Begründung Merkels für Ihre Verweigerung:

“Wir müssen aufpassen, dass derjenige, der den ganzen Tag arbeitet, zum Schluss mehr Geld hat, als wenn er nicht arbeitet.”

Nun, das könnte man ganz einfach erreichen, nämlich durch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns, der Hartz IV als Quasi-Mindestlohn ablöst und dem unsäglichen Lohndumping der vergangenen Jahre einen Riegel vorschiebt. Die Kanzlerin kann oder will aber nicht sehen, dass eben nicht die Sozialleistungen zu hoch, sondern die Löhne inzwischen vielfach einfach zu niedrig sind. Aber die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns würde wahrscheinlich die zahlreichen Spenden der Industrie an die CDU versiegen lassen, stimmt’s? Das System Kohl lebt offenbar bis heute in der CDU, wenn man politische Notwendigkeiten aus Rücksicht auf Partikularinteressen unterläßt.

Merkel weiter:

Merkel erinnerte daran, dass die Hartz-IV-Sätze zum 1. Juli angehoben wurden. “Hartz IV steigt immer im gleichen Maße wie die Renten – und die wiederum steigen, wenn die Löhne der arbeitenden Bevölkerung steigen.”

Wieviel gab es für die Betroffenen noch gleich mehr? Um die 10 Euro? Selbstverständlich sorgt die aktuelle Sozial- und Lohnpolitik dafür, dass Arbeitnehmer, Rentner und Erwerbslose um den ihnen zustehenden Lohn bzw. um die entsprechenden Bezüge betrogen werden. Aber das kann doch wohl keine Legitimation sein, daran festzuhalten.

Einzig Oskar Lafontaine (DIE LINKE) findet für diese Unverschämtheiten von Angela Merkel (CDU) die richtigen Worte:

Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine warf der Kanzlerin daraufhin Zynismus vor. Merkels Erklärung sei “unlogisch”, kritisierte Lafontaine in Berlin. “Gerade die Bundeskanzlerin trägt durch die Verweigerung des gesetzlichen Mindestlohns Verantwortung dafür, dass in Deutschland Löhne von drei bis vier Euro gezahlt werden und Menschen, die jeden Tag acht Stunden arbeiten, zusätzlich noch Hartz IV beziehen müssen.”

Die Arbeitslosen wurden und werden mit dem absurd niedrigen Regelsatz des Arbeitslosengeld 2 betrogen, die Rentner mittels Rente mit 67 und schleppenden Rentenerhöhungen, während man gleichzeitig die Riester- und Rürup-Produkte der Finanzwirtschaft steuerlich subventionierte. Die Arbeitnehmer wurden auf Grund des nicht existierenden gesetzlichen Mindestlohns um ihr verdientes Geld betrogen und das bürgerliche Lager will das auch so belassen. Solange stellt Hartz IV so etwas wie einen Mindestlohn dar, woraus Stundenlöhne von 3 und 4 Euro resultieren, welche mit ALG2 aufgestockt werden müssen. So subventionieren die Abeitnehmer über die Sozialkassen die Gewinne der Arbeitgeber. Eine ganze Armutsindustrie, welche die Löhne schon unter Berücksichtigung von Hartz IV-Aufstockung kalkuliert, plündert die Sozialkassen, aber im Gegensatz zu möglichem Betrug auf der Seite der Arbeitnehmer (“Florida-Rolf”) hört man hier in der Regel weder aus der Politik noch aus den Medien einen Hauch der Kritik.

Wer sich da wie Angela Merkel (CDU) als Regierungspartei bewirbt und schon jetzt ankündigt, diesem Unrecht keinen Einhalt zu gebieten, der hat es nicht verdient, gewählt zu werden. Der sollte weder von Arbeitnehmern noch von Rentnern, Erwerbslosen oder anderen Hilfebedürftigen gewählt werden, denn er betreibt keine Politik, sondern Menschenverachtung in Reinkultur.

Der Denkzettel, den solche Leute von den Wählern benötigen, heißt DIE LINKE oder die Piratenpartei. Dem sollten wir im September bei den Bundestagswahlen dringend nachkommen

Berliner FDP-Politiker fordert Kürzung des Regelsatzes von Hartz IV um bis zu 30 Prozent

Sonntag, 5. Juli 2009

Es ist nicht erstaunlich, dass die FDP das Attribut “Sozial” bei der Marktwirtschaft nicht versteht oder nicht verstehen will. Als klassische Klientelpartei fordert sie allenthalben Steuervergünstigungen für die sogenannten Besserverdiener und Kapitalbesitzer. Doch der Berliner Spitzenkandidat der FDP und Mitglied des Abgeordnetenhauses Berlin, Dr. Martin Lindner, forderte nun bei Friedmann , zur Entlastung der Reichen und Besitzenden mal wieder am unteren Ende der sozialen Skala zu sparen. Konkret forderte Lindner eine Kürzung des ohnehin menschenunwürdig niedrigen Regelsatzes von Hartz IV um bis zu 30%, also von 359 Euro auf gerade noch 250 Euro. So etwas läßt sich mit einem vom Steuerzahler auf luxuriösem Level finanzierten Pöstchen im klimatisierten Büro natürlich leicht fordern. Darin war ja auch schon der irrtümlich in der falschen Partei gelandete Thilo Sarrazin (SPD) immer ganz groß, der nun bei der Bundesbank weiter auf Kosten des Steuerzahlers sein Unwesen treiben darf. Wenigstens wird nun aber klar, wem diese Person dient – sicher nicht den Menschen in diesem Land.

Wie für FDP-Dampfplauderer üblich, wirft Dr. Martin Lindner mit dümmlichsten Parolen und Prozentwerten zu den angeblich horrenden Steuerbelastungen der Reichen um sich, landet damit aber keinen Treffer, denn dieses statistisch manipulierte Geschwätz – traue keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast – hört man aus der FDP seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten. Gleichzeitig wird in der Regel auf den Trickle Down-Effekt verwiesen, wonach angeblich auch die unteren Schichten wohlhabender werden, wenn man nur oben den Reichen pausenlos genug Steuererleichtungen und Subventionen in den Rachen wirft. Dass dies nicht funktioniert, sieht man nicht nur in den USA, wo viele Menschen seit der Immobilienkrise ihr Zuhause verloren haben, während die Banken – ebenso wie in Deutschland – unzählige Milliarden an Krediten und Bürgschaften auf Kosten der Steuerzahler erhielten, und die working poor nun einfach nur noch poor sind, sondern spätestens seit der Agenda-Politik von Rot-Grün auch in Deutschland – dem größten Sozialkahlschlag, den je eine Regierung der Nachkriegszeit vorgenommen hat.

Um die menschenverachtende Ideenwelt von Dr. Martin Lindner (FDP) verstehen zu können, benötigt man weitere Informationen über ihn. So hat er beispielsweise bereits vollkommen absurderweise wiederholt die Linkspartei mit der NPD in einen Topf geworfen. Auch dies ist ein altbekannter, äußerst primitiver Beissreflex aus dem bürgerlichen Lager und insbesondere bei der FDP. Ansonsten war Lindner als Unterstützer des Unfugs Pro-Reli wohl im vergangenen Oktober zusammen mit Friedbert Pfüger (CDU) beim Papst zu Besuch. Er heult herum, wenn in Berlin irgendeine “Kiez-Taliban” Autos anzündet oder Häuser besetzt, verkennt aber dabei zugleich, dass Menschen mit seiner “Denke” und die daraus folgende Politik der Auslöser dafür sind. Beim Verhindern von Rot-Rot-Grün in Berlin ist Martin Lindner (FDP) bekanntlich ebenfalls gescheitert. Weiterhin ist er in Berlin bereits für seine zweifelhaften Parolen und Ausfälle bekannt und diese Bekanntheit sollten die Wähler – auch und vor allem in Berlin – mit ihrer Stimme für die Linkspartei honorieren.

Ich kann jedenfalls nur jedem Wähler empfehlen, Martin Lindners Ausfälle selbst nachzulesen oder anzuschauen. Die CDU plant übrigens ebenfalls eine radikale Senkung des Regelsatzes von Hartz IV und somit sollte klar sein, wohin die Reise in Deutschland unter einer schwarz-gelben Regierung ginge.

Deshalb: Schwarz-Gelb verhindern – Linkspartei wählen!