CDU-Funktionär Hubert Klar vergleicht Gesine Schwan (SPD) mit Magda Goebbels

Der Waldkircher CDU-Funktionär Hubert Klar schrieb in der Mitgliederzeitschrift CDU intern folgenden Text:

Deutschland brachte mindestens zwei an ideologischer Verblendung leidende Frauen hervor: Magda Goebbels und Gesine Schwan. Jede auf ihre Weise: Erstere entzog sich durch Selbstmord der Verantwortung. Letztere scheiterte bereits im Vorfeld, denn es gab in ihrem eigenen Lager einige Anständige, die ihr auf dem o. g. Leidensweg nicht folgen wollten.

Ein vernünftig und klar denkender Mensch kann sich wahrscheinlich kaum vorstellen, wie historisch unwissend und politisch verbohrt man sein muss, um solch einen Schwachsinn von sich zu geben. Da wäre selbst die Einstufung von Hubert Klars Ergüssen auf Stammtisch-Niveau noch geschönt. Aber wie immer, wenn Granden und Hinterbänkler von CDU und FDP intellektuell und verbal entgleisen, ist natürlich die Linkspartei schuld:

Sein Text habe provozieren wollen, “wohin eine von den Linken unterstützte Bundespräsidentin hätte führen können”. Die BZ-Kritik nannte Klar “berechtigt” und teilte dem CDU-Kreisvorsitzenden Thomas Krumm mit, sein Aufsatz sei “unüberlegt und schädlich” gewesen.

So so, wenn eine Bundespräsidentin von der Linkspartei unterstützt wird, führt das also im Falle eines Sieges direkt in eine faschistische Diktatur? Das sagt jemand als Mitglied jener Partei, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wahrscheinlich den meisten Alt-Nazis eine neue politische Heimat bot? Lächerlich, mehr als lächerlich. Im Übrigen sollte sich auch DIE LINKE gegen Hubert Klars primitive Verunglimpfungen zur Wehr setzen, da er durch seinen “Vergleich” ja offenbar DIE LINKE mit der NSDAP auf eine Stufe stellen wollte.

Wenn Hubert Klar (CDU) nun angibt, dass obiges Zeugnis seiner geistigen Verwirrung “unüberlegt und schädlich” gewesen sei, so hat er damit nur teilweise Recht.  Denn schädlich sollte sein Text sich vor allem für ihn selbst zeigen, indem er sämtliche Ämter verliert. Ich habe allerdings berechtigte Zweifel daran, dass Klars Text unüberlegt gewesen sein soll. Vielmehr findet man eine ähnliche “Argumentation” gegen die Linkspartei bei vielen CDU-Mitgliedern. Dazu reicht ein Blick in die Medienlandschaft, wo CDU-Mitglieder zur Partei DIE LINKE befragt wurden. Ergebnis ist in der Regel, dass man vollkommen verantwortungslos ein Horrorszenario zwischen DDR, Drittes Reich oder beidem an die Wand malt. Man erinnere sich nur an das für eine Demokratie mehr als erbärmliche Schmierentheater um Andrea Ypsilanti (SPD) und die von CDU-Mitgliedern gesteuerten Kampagnen gegen eine von der Linkspartei geduldete Minderheitsregierung von Rot-Grün in Hessen. Aus den Reihen der bürgerlichen Parteien war da ein hysterisches Gezeter zu hören, als würde Ypsilanti im nächsten Schritt ein Ermächtigungsgesetz für Oskar Lafontaine erlassen, der anschließend alle Großspender von CDU und FDP aus Industrie und Finanzwirtschaft enteignen sowie CDU und FDP verbieten und deren Mitglieder vollständig in Arbeitslager internieren könnte.

Ach ja, war da nicht was mit dubiosen Parteispenden bei der hessischen CDU und ihrem “brutalstmöglichen Aufklärer” Robert Koch?

PS: Wer in obigem Text Ironie oder Polemik findet, darf sie behalten…

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